Author: faums6

23. August: Vortrag und Diskussion mit „chefduzen.de – Das Forum der Ausgebeuteten“

2002 ging es los mit chefduzen, dem Forum der Ausgebeuteten

Es war ein Versuch, jenseits der linken Kampagnenpolitik, eine lebensnahe und alltagstaugliche klassenkämpferischen Selbstorganisierung zu entwickeln. Die Soziale Frage als Motor des Ganzen, eine Einladung zum Stammtisch für alle mit und ohne Job, um sich über Probleme mit Arbeit, Armut und Ämtern auszutauschen. Das zur Jahrtausendwende popular werdendende Internet ermöglichte auch einen virtuellen Stammtisch. Spektakuläre juristische Angriffe von Ausbeutern gegen das Forum der Ausgebeuteten, machten diese Plattform bekannt und populär. Aus dem Austausch entwickelten sich Treffen, Flugblätter, Kollegenzeitungen für Call Center und Leiharbeit und es gab Aktionen an Werkstoren und auf der Straße. Die Betroffenen fetzten und politisierten sich, die Debatten der Ausgebeuteten wurden aufgegriffen von Medienleuten und sie setzten sich fort in linken Organisationen. Es entwickelten sich beeindruckende Kämpfe, wie erfolgreiche grenzüberschreitende Solidaritätsaktionen, eine 80%ige Beteiligung an ein Sick-out in einem Callcenter oder einem Wilden Streik am Airport Hamburg.

In der Veranstaltung gibt es Erfahrungen und Anekdoten aus zwei Jahrzehnten Debatten, Streit und Kämpfen sowie viel Raum für Austausch und Diskussion.

Di, 23.8.2022 – 19:00 leo:16 Kollektivkneipe, Herwarthstraße 7, Münster

El Entusiasmo – Sonntag im Cinema

Am Sonntag (26.06) um 20:00 Uhr veranstalten wir zusammen mit dem Cinema den Filmstart von „El entusiasmo“ in Münster. Der Film zeigt anhand von Originalaufnahmen und Interviews den Wiederaufbau der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT nach dem Tod des spanischen Diktators Franco 1975.

„In dieser Phase der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur zur bürgerlichen Demokratie, schien alles möglich – selbst der Traum, die Revolution von 1936 zu beenden.“

Anschließend wird es ein Gespräch mit Regisseur Luis E. Herrero und Produzent Javier Rueda geben. Tickets könnt ihr euch auf der Website des Cinema reservieren:

http://www.cinema-muenster.de/menu/programm/sonderprogramm-dieser-woche/el-entusiasmo.html

Trailer: https://youtu.be/XjWdnyYQrTA

Wir freuen uns auf euch!
Die FAU Münster

Wir laden ein: Meet! Celebrate! Fight! — Kulturevent am Sonntag 12. Juni in der Baracke

FAU Münster & Comrades from all over the world present this cultural Sunday event at Baracke
Die FAU Münster und internationale Genoss*innen präsentieren einen Tag der Kultur in der Baracke

Place/ Ort: Baracke (Scharnhorststraße 106)
Date/ Datum: 12.06.22
Time/ Uhrzeit: 15:30

Free Entry – but CoViD test required —- 2G+ —- Please come tested. Bitte kommt getestet.

Culture and Politics have always been strongly connected. Since a long time anarchists group have organised cultural events to convey their message of a world without authorities, exploitation and discrimination and based on solidarity and mutual aid. Subsequently FAU Münster and international comrades and artists are organising a cultural event in Baracke to combine art and culture with knowledge about working rights and the possibility to get to know structures that can help people to organise themselves and their struggles for emancipation.

Kultur und Politik waren immer eng miteinander verknüpft. Schon immer haben anarchistische Gruppe kulturelle Veranstaltungen organisiert, um den Menschen ihre Vorstellungen einer Welt ohne Herrschaft, Ausbeutung und Diskriminierung und basierend auf Solidarität und gegenseitiger Hilfe näher zu bringen. Daran anschließend organisiert die FAU Münster mit der Unterstützung internationaler Genoss*innen und Künstler*innen einen Tag der Kultur in der Baracke. Hierbei sollen Kunst und Kultur mit Wissen über Arbeitsrechte kombiniert werden und den Menschen eine Möglichkeit gezeigt werden, wie sie sich gemeinsam organisieren und wehren können.

We start with ‚Pictures of resistance‘ (around 15:30):

  • – photo/art installations by Ghassan Saleh and Sofia Saeed.
  • – short films (Grammatically Incorrect Manifesto by Shubham Sharma, THE EASTERN MAN by Hassan Umer Amin & Rida Hariri, reconnaissance /rɪˈkɒnɪs(ə)ns/ by Saad Shahriar)

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After that we will present the ‘Fight for your right‘ pub quiz (around 17:30), where you can win very valuable information, e.g. about labour rights, living in Münster and more.

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The evening will be dedicated to the live music (starting from 19:00). In the segment of ‚Transnational music night‘ there will be four performances:

  • – out of ashes by L3Ni and the R.A.T. – Lonely Robots (Anarcho-Noise)
  • -Iranian folk music by Anoosh Iranpour and Sami
  • -Anti Fascist Hip-Hop by POLYMATH
  • -the band Baobap (Neosoul, Reggae)

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Furthermore there will be vegan food and drinks.

Außerdem wird es veganes Essen und Getränke geben.

Arbeitsrecht gilt auch auf dem Land … und auch im Kleinbetrieb … und auch wenn man davon keine Ahnung hat! – 860€ Nachzahlung erstritten.

Ein kleiner Betrieb in einem kleinen Ort im Münsterland. Der Arbeitsvertrag wird mündlich geschlossen. Teilzeit, 11€ pro Stunde, Arbeit in der Werkstatt. Im ersten Monat läuft’s wie geplant, im zweiten gibt’s einige Probleme. Nach kurzer Krankschreibung erscheint der Genosse wieder zur Arbeit. Dann heißt es: „Wir strukturieren um. Du brauchst nächste Woche nicht kommen“, oder so ähnlich. In der nächsten Woche ist der Grund ein anderer. In der darauffolgenden Woche gibt es ein Gespräch, dass als Kündigungsabsicht interpretiert werden kann (eine Kündigung an sich ist nur schriftlich wirksam).

Schriftlich gibt es aber gar nichts, auch nicht nach Aufforderung: Kein Arbeitsvertrag, keine Lohnabrechnung, keine Sozialversicherungsmeldung und auch keine Kündigung. Ghosting? Geht schlecht, wenn man einen Laden im Dorf hat. Aber knapp 1000€ Lohn werden gut drei Monate nach Beginn der Beschäftigung gutgeschrieben. Wie sich diese Summe wohl berechnet? Selbst für die gearbeiteten Stunden wäre es zu wenig. Dann kommt noch die Abmeldungsbestätigung von der Krankenversicherung. Sollte das dann alles sein?

Wir haben nachgerechnet: Ein Restanspruch aus den gearbeiteten Stunden, etwas Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und 20 Std./Woche angesetzt für den Annahmeverzugslohn (geänderter §12,1 Teilzeit- und Befristungsgesetz!). Bis zum anzunehmenden Ende der ordentlichen Kündigungsfrist von vier Wochen zu Mitte oder Ende des Monats – bescheidenerweise schon ab dem Datum des genannten Gesprächs gerechnet – kommen gut 1100€ netto zusammen. Mit einschlägigen Paragraphen und gewerkschaftlichem Briefkopf versehen senden wir unser Forderungsschreiben. Kurze Frist gesetzt, Klage angedroht.

Antwort vom Betrieb: Wir wären im Irrtum, der Verzicht auf diese Ansprüche sei schon geklärt. Wir informieren, dass Verzicht nicht die Absicht unseres Genossen war. Eine schriftliche Kündigung kommt nun, datiert auf den 15. des Vormonats zum 28. desselben. Hmmm, Kündigungsfrist, da war doch was? Unser Genosse möchte sich aber nicht vor Gericht darüber streiten, sondern schnell Geld.

Unser Genosse würde auf den Rest verzichten, wenn unverzüglich bis zu diesem 28. gezahlt würde – vier Wochen Annahmeverzugslohn und ein kleiner Nachschlag aus dem Vormonat. Nochmal kurze Frist gesetzt.

Antwort eines der Geschäftsführer: Er kenne sich mit rechtlichen Dingen nicht aus, fühle sich aber ausgenutzt und außerdem habe der Beschäftigte im Januar auch Schichten verpasst. Das klingt glaubwürdig. Wir bringen zum Ausdruck, dass wir unsere Forderungen unabhängig davon verfolgen, und dass die Frist noch läuft.

Nun geht’s schnell. Ein Anwalt der Gegenseite hat ein Dokument aufgesetzt, das unser Genosse gegenzeichnen soll. Die zuletzt geforderten 860€ landen auch fast sofort auf dem Konto. Fazit: Sicher wäre auch mehr zu holen gewesen – aber schnelles Geld ist für die Nerven des Genossen auch einfach besser.

Ein etwas skurriler Einzelfall? Bestimmt – einer von unzähligen, landauf-landab…

Revolutionärer 1. Mai in Berg Fidel war ein voller Erfolg

Die Stadtteilinitiative Berg Fidel Solidarisch hatte die hervorragende Idee, den Arbeiter*innenkampftag mite einem Viertelfest in Berg Fidel zu feiern. Odak Kulturzentrum e.V. und viele andere Initiativen waren dabei. Ebenso erfreulich viele Besucher*innen aus dem Viertel und anderswo. Gekocht hatte die Wilde Küfa, Mucke gab’s von amoklove – und spontan Improvisiertes aus der Nachbarschaft. Es zeigt sich, dass sich langfristige Aufbauarbeit im Viertel auszahlt. Dort wächst eine handlungsfähige Vernetzung im Viertel, die sich nicht scheut, sich z.B. mit der Wohnunngsbaugesellschaft LEG anzulegen. Wichtig ist aber auch die praktische Gegenseitige Hilfe in der Nachbarschaft – und gemeinsam zu feiern.

Vortrag: Amazon in Aufruhr

Dienstag, 9. November, 18.30 Uhr, Kollektivkneipe Leo:16, Herwarthstr. 7 – danach Küche für Alle!

Amazon ist in aller Munde, als Profiteur der Pandemie und Steuerbetrüger. Auch die Arbeitsbedingungen in den Lagern stehen in der Kritik. In der Öffentlichkeit kommen die ArbeiterInnen allerdings nur als Opfer vor. Dabei versuchen sie seit mindestens acht Jahren zum Teil erfolgreich, ihre Bedingungen selbst zu verbessern, indem sie sich organisieren und kämpfen. Wir wollen diese Versuche an Beispielen aus der BRD, den USA, Italien und Polen diskutierten. Gerade im Moment zeigt sich immer deutlicher, dass die ArbeiterInnen bei Amazon Teil eines Trends in der Logistik sind, wie u.a. der aktuelle Kampf der ArbeiterInnen bei Gorillas zeigt.

Blauer Montag bei Gorillas

Wir waren am Montag vor dem neuen Gorillas-Warehouse an der Hammer Straße und haben ordentlich Lärm gemacht! Die Ereignisse der letzten Monate und vor allem die Kündigungen der streikenden Riders dürfen nicht unbeantwortet bleiben. Im Kampf gegen die neoliberale Ordnung hilft zuerst gegenseitige Solidarität! Vielen Dank an alle die da waren!

Mehr dazu beim Gorillas Workers Collective, der Aktion./.Arbeitsunrecht und in diesem Übersichtsartikele auf www.fau.org. Hier noch die Pressemitteilung:

Am Montagabend kamen ca. 25 Personen zu einem Protest vor dem neuen Gorillas-Warenhaus in Münsters Grevingstraße zusammen. Der Grund war die Entlassung von bis zu 350 Beschäftigten in Berlin (Bericht ver.di). Diese hatten zuvor an einem Streik teilgenommen. Forderungen waren neben der Wiedereinstellung auch höhere Löhne sowie Equipment und Fahrräder. Organisiert wurde der Protest von der Basisgewerkschaft „Freie Arbeiter*innen Union – Münster“ kurz FAU, welche bekannt gab den Kolleginnen und Kollegen bei Gorillas auch in Zukunft zur Seite zu stehen.

Neue Termine für Sprechstunde und offenes Treffen

Künftig sind wir bei Problemen im Job jeden dritten Mittwoch im Monat ab 18.30 für Euch da. Anmeldungen gerne vorab unter faums-sprechstunde@fau.org … Für allgemeineres Interesse an Kennenlernen und Austausch sind wir am gleichen Tag ab 19.30 Uhr zu haben … Und falls etwas nicht bis zum dritten Mittwoch warten mag, können wir auch individuelle Termine verabreden: faums-sprechstunde@fau.org oder faums-kontakt@fau.org