Offenes Info- und Kennenlerntreffen am 6. Dezember

Freitag, den 6. Dezember um 19.00 im Paul-Gerhardt-Haus in Münster

Ob Ihr Mitglied werden wollt, erst einmal reinschnuppern und/oder ganz praktisch aktiv werden – hier soll der Platz sein, um ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen oder auch Eure Themen und Vorschläge einzubringen. Bei Interesse gibt es eine kleine Einführungspräsentation zur FAU, vor allem soll jedoch Gelegenheit zum Austausch sein.

Das Paul-Gerhardt-Haus befindet sich zwischen Eisenbahn- und Friedrichstraße, so dass es auch schnell zu erreichen ist, wenn ihr mit dem Zug anreist (zum Haupteingang hinaus, rechts bis zur nächsten Kreuzung und dann gleich hinter der kleinen Kirche).

25.10.: Vortrag – Arbeitsrecht für Anfänger*innen

Fast alle Studierenden jobben. Oft sind es so genannte Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen. Geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen sind weit verbreitet. Bezahlter Urlaub, Auszahlung von Überstunden oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Nicht selten Fehlanzeige. Doch auch für (Mini-)Jobber*innen oder studentische Beschäftigte gelten Arbeitsrechtsstandards, und Verstöße dagegen sind an der Tagesordnung. Anstatt sich über den Tisch ziehen zu lassen, kann mensch sich auch zur Wehr setzen – individuell oder als Belegschaft.

Eine Einführung mit der FAU Münster im Rahmen der „Kritischen O-Wochen“

Freitag, 25. Oktober, 19 Uhr, Leo:16, Herwarthstr. 7, 48143 Münster (direkt am Hauptbahnhof)

12.10.: Nähfabriken in Asien – Arbeiterinnen aus Indonesien und Sri Lanka berichten

So gut wie alle von uns tragen Klamotten aus den Nähfabriken in Asien. Höchste Zeit von den Leute vor Ort zu hören und sich mit ihnen zu vernetzen.

Dian Septi Trisnanti von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers‘ Federation (FBLP), welche insbesondere in Jakarta (Indonesien) ihren Fokus hat, sowie Chamila Thushari des Dabindu Collective (Sri Lanka) werden durch Europa touren. Inhaltlich wird der Fokus auf den Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen, insbesondere Gender-Based-Violence (GBV) sowie aktuellen Arbeitskämpfen liegen.

Bei der Veranstaltung sollte aber auch dem Austausch und der Vernetzung Raum gegeben werden, um gemeinsam zu besprechen was vor Ort getan werden kann, um die Bemühungen der Näherinnen zu unterstützen.

Veranstaltung im Rahmen einer Rundreise. Alle Termine und weitere Infos zu den Organisationen:
https://www.fau.org/artikel/uniontour

12. Oktober, 19 Uhr, Leo:16, Herwarthstr. 7, 48143 Münster (direkt am Hauptbahnhof!)

Mitveranstalterinnen: Gruppe B.A.S.T.A. Zwischenzeit e.V.

Jetzt auch zum Nachhören – Vortrag und Diskussion: Neue Klassenpolitik muss praktisch werden!

Video der Veranstaltung: https://youtu.be/Z0g5X8DiZ_E

Eine neue Klassenpolitik muss praktisch werden!

Seit einigen Jahren diskutiert die radikale Linke eine „neue Klassenpolitik“. Oft bleibt diese allerdings in der Theorie und in akademischen Diskussionen stecken.

Das Thema „neue Klassenpolitik“ ist gleichzeitig Theorie-, Strategie- und Organisationsdebatte. Torsten Bewernitz hat in seiner Streitschrift „Syndikalismus und neue Klassenpolitik“ (Verlag Die Buchmacherei, Berlin 2019) einen konkreten Organisationsvorschlag gemacht, der bestehende Organisationsansätze zusammendenken und verbinden will.

Der Autor und Aktivist wird die Debatte um eine neue Klassenpolitik in Grundsätzen schildern und seinen eigenen Vorschlag zur Diskussion stellen.

Zur Person:
Torsten Bewernitz hat bis 2010 in Münster gelebt und war Mitglied der FAU Münsterland. Heute lebt er in Mannheim und ist Redakteur bei express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit.

Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr, Leo.16 (Herwarthstr. 7 in Münster), veranstaltet von ROSA – Revolutionäre Linke, Kollektiv und Solidarisch / FAU Münster, Gruppe B.A.S.T.A., express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit

(Vorbei:) „Kenn‘ Deine Rechte im Job!“

Kein bezahlter Urlaub?
Kein Mindestlohn für die Aushilfen?
Von heute auf morgen gekündigt?

Das ist (fast immer) illegal – aber trotzdem passiert es massenhaft. Und oft ist es nicht schwer, dagegen vorzugehen! Wir stellen die Grundzüge des individuellen Arbeitsrechts vor – mit praxisnahen Tipps und ohne juristisches Kauderwelsch.

Nach dem Vortrag ist Zeit für Fragen, Diskussionen oder ein Getränk am FAU-Tresen!

11. Juli 2018, 19.30 Uhr, Baracke, Scharnhorststr. 100

Kämpferische Selbstorganisation im Stadtteil – Die Initiative „Solidarisch in Gröpelingen“ stellte sich vor und der Diskussion

Ob Ärger mit Ämtern, Schikanen im Job, Probleme mit der Wohnungsbaugesellschaft, Missstände im Stadtteil: Viele Probleme haben viele Menschen mit vielen anderen in ihrer Nachbarschaft gemeinsam. Dass man sich dagegen auch gemeinsam wehren könnte, liegt nahe – und ist doch alles andere als selbstverständlich. Seit einigen Jahren wird vermehrt das Konzept der „Stadtteilgewerkschaft“ diskutiert und mancherorts inzwischen auch praktiziert. So in Gröpelingen, einem Stadtteil von Bremen mit etwa 36.000 Einwohnern. Hier hat die Initiative einen Anlaufpunkt geschaffen, um Menschen zusammenzubringen, die ein gemeinsames Interesse haben, sich gegen konkrete Missstände zur Wehr zu setzen oder konkrete Selbsthilfe – beispielsweise Sprachkurse – zu organisieren.

Auch wenn vielleicht der Begriff „Gewerkschaft“ im engsten Sinne einer branchen- und betriebsbasierten Organisierung von Lohnabhängigen nicht zutrifft – so ist es doch für uns ein spannendes Thema: Wie kommen wir mit einem Konzept kämpferischer Selbstorganisation aus der gesellschaftlichen Marginalität heraus? Wie finden Menschen zusammen und zum gemeinsamen Handeln? Wie kann eine Entwicklung von einer Initiativgruppe, die „den Stein ins Wasser wirft“, zu einer breiteren, selbsttragenden Bewegung befördert werden? Ist ein solcher selbstorganisiert-stadtteilbasierter Ansatz auch für Münster eine Perspektive?

Über 30 Besucher*innen aus Münster und dem Ruhrgebiet diskutierten diese Frage – im einem nur im engsten Wortsinne erhitzten Klima – fast zwei Stunden mit den drei Aktiven aus Gröpelingen – gefolgt von einem Konzert mit dem Liedermacher „Geigerzähler“ unter freiem Himmel. Ein spannender Abend!

30. Mai: There is power in the Union! – Info und Kultur in der Baracke

Am 30. Mai gibt es wieder einen Informations- und Kulturabend in der Baracke! Schwerpunkt dieses Mal: Soziale Kämpfe und Organisierung im Stadtteil

Wir haben Aktivist*innen der Initiative Solidarisch in Gröpelingen zu Gast und diskutieren zusammen mit der Gruppe Strategietreffen aus Münster das Konzept der Stadtteilgewerkschaft und Perspektiven kämpferischer Stadtteilarbeit in Münster. (Ab 19 Uhr – pünktlich!)

Danach beehren uns unser Berliner Genosse Geigerzähler und Sahara B. Gemeinsam machen sie in Berlin Kopfstand und anderswo Kopfstand-Export. (Ab ca. 21.30 Uhr) Und auch danach bleibt der FAU-Tresen für Gespräche und Getränke geöffnet. Eintritt gegen Spende nach Selbsteinschätzung.

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen!

Mittwoch 18.4.: Selbstorganisiert kämpfen – Riders Unite! // Wir stellen die FAU und DeliverUnion vor

Die Arbeitswelt verändert sich – Für viele nicht zum Besseren: Unsichere Arbeitsverhältnisse, höherer Leistungsdruck durch digitale Überwachung und das Abwälzen von Risiken auf die Beschäftigten gehören zu den neuen Methoden der Ausbeutung. Solche Verschlechterungen zu verhindern wäre die Aufgabe von Gewerkschaften. Doch gerade die „großen“ unter ihnen tun sich sehr schwer, auf diese Entwicklungen wirksam zu reagieren. Doch es gibt auch Beispiele erfolgreicher Organisierung „von unten“ – und es gibt alternative Konzepte von gewerkschaftlicher Aktion.

DeliverUnion ist eine Kampagne von und für Fahrradkurier*innen, die Lieferdiensten wie Foodora und Deliveroo erträgliche Arbeitsbedingungen abtrotzen will. International vernetzt, schrill und kämpferisch erzeugten sie ein großes öffentliches Echo und erzwangen Gesprächsbereitschaft. Nun gilt es, dies in konkrete Verbesserungen umzusetzen. Unterstützung erhalten die Kurierfahrer*innen von Basisgewerkschaften. Selbstorganisiert kämpfen ist hier Prinzip: Das Sagen haben die Beschäftigten und keine Funktionäre in Gewerkschaftszentralen. In Deutschland ist die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) u.a. Träger von DeliverUnion.

Wir stellen die FAU, ihren Ansatz und insbesondere DeliverUnion an diesem Abend in Wort und Bild vor. Hinterher besteht ausreichend Gelegenheit zur Diskussion und für Interessierte zum Kennenlernen!

Mittwoch, 18. April, 19.00 Uhr in der Baracke – ab 21.00 Uhr Offener Tresen der FAU Münsterland

7. März: Die 24-Stunden-Polin – Migrantische Carearbeiter*innen in Deutschland

Der demografische Wandel und unzureichende staatliche Leistungen sind Hauptursachen des so genannten „Pflegenotstands“. Dies resultiert in steigender Nachfrage an Arbeitskräften im Care-Bereich. Die „Unattraktivität“ der Fürsorgearbeit liegt einerseits an der unangemessenem Entlohnung, andererseits an dem niedrigen Status der Pflegeberufe (oder der Reproduktionsarbeit im allgemeinen), die meistens als „Frauendomäne“ angesehen werden, was zu ihrer mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung beiträgt. Im Endeffekt wird Carearbeit oft an Migrant*innen delegiert. Schätzungsweise gibt es 150.000 bis 500.000 „Care-Migrantinnen“, die in Deutschland „3C-Jobs“ ausüben („cleaning, cooking, caring“). Dabei sind die meistens aus Osteuropa stammenden Frauen in Haushalten in Deutschland oft irregulär beschäftigt, um vor allem ältere pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Sie wohnen meistens in den Haushalten mit den Klient*innen, als 24 Stunden- „Live-in“-Arbeitskraft.

Dies ist Thema eines Vortrags und einer Fotoausstellung am 7. März ab 19 Uhr in der Baracke.

Auf Basis von biographisch-narrativen Interviews mit Care-Arbeiterinnen aus Polen wird ihre Lebens- und Arbeitssituation dargestellt. Neben den Strategien, die die Arbeiter*innen entwickelt haben um ihrer prekären Lage entgegenzuwirken, werden auch die dabei ausgelösten Emanzipationsprozesse besprochen. Der Vortrag wird mithilfe von Fotos illustriert, die polnische Pflegekräfte selbst im Alltag gemacht haben. (so dass in manchen Fällen sogar eine „Fotostory“ entsteht).

Anlässlich des Frauenkampftags 2018

Anschließend ab ca. 21.30 FAU-Tresen mit Gelegenheit zur Diskussion und zum Kennenlernen!

Arbeitsbedingungen in der Biobranche: Der Preis des guten Gewissens

Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union als Ganze beschäftigt in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema, in dem Ethik vermeintlich eine große Rolle spielt. Von der Gründung der „Gewerkschaft Naturkost-Landwirtschaft-Lebensmittelindustrie“ in Hamburg, Protesten gegen die Lohndrückerei bei Denn‘s in Hannover, den „Madigen Rübchen“ in Berlin und bei weiteren kleinen Konflikten, geht es immer wieder um das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit einer Bio-Branche, welche ihren Konsumenten gern das ökologische und soziale Image ihrer Produkte und Vertriebswege verkaufen möchte. Dabei ist nicht nur fraglich, wie „bio“ eigentlich Knoblauch aus China und Kartoffeln aus Ägypten sein sollen, sondern es steht auch fest, dass sich die Arbeitsbedingungen in dieser Branche durch eine immer weiter verstärkende Marktbereinigung zunehmend verschlechtern.

Verkauft wird vor allem ein gutes Gewissen

Von den Anfängen der Bio- und Naturkostläden hat sich die Branche weit entfernt. Durch Discounter und geringere Wachstumsraten kommt es zu einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb durch große Ketten. Die fortschreitende Filialisierung und die sich im Durchschnitt vergrößernde Fläche der Bio-Märkte, die sich meistens in den Innenstädten befinden, sind klares Zeichen der wachsenden Nachfrage nach dem Bio-Sortiment. Der Bio-Trend hat auch den konventionellen Einzelhandel erobert, wobei Drogerien und Supermarktketten inzwischen mit konzerntypischen Eigenmarken auftreten. Aktuelle Marktstudien zeigen, dass es selbst für die Discounter im Lebensmitteleinzelhandel „umsatzschädigend“ ist, wenn sie keine Bio-Angebote im Sortiment haben. Parallel zum Wachstum der Anzahl großflächiger Bio-Märkte in den Großstädten werden kleine Naturkostläden in den Vororten – nicht selten aufgrund von Konkurs – geschlossen. Im Jahre 2016 standen 110 Neueröffnungen im Naturkostfachhandel 84 Schließungen gegenüber. Die Umsätze konzentrieren sich auf die wenigen, seit langem auf dem Markt operierenden Großunternehmen.

Die Kund*innen erwarten aber auch in den auf Bio-Angebote spezialisierten Supermärkten die gleiche Atmosphäre wie im kleinen, lokalen Naturkostladen, insbesondere eine persönliche und fachkundige Bedienung. Von den Verkäufer*innen wird nicht nur Kompetenz und Freundlichkeit, sondern auch ständige Fortbildung erwartet, teils aus eigenen Mitteln finanziert, um alle neuen Trends in der Bio-Branche zu kennen. Diese Anforderungen an die Bio-Verkäufer*innen, welche für die Kund*innen das Gesicht und vertrauenswürdige Ansprechpartner der Branche sind, werden jedoch nicht entsprechend entlohnt. Die Bezahlung ist sogar oft schlechter als im konventionellen Einzelhandel. Eine stichpunktartige Umfrage der FAU Münsterland in den Bio-Märkten und Reformhäusern vor Ort ergab hier einen Durchschnittlslohn von 10 Euro pro Stunde. Hinzu kommen die auch in Teilen des restlichen Einzelhandels anzutreffenden kurzfristigen Schichtwechsel und die häufige Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten.

Die Menschen wünschen sich vom Bio-Markt vor allem Glaubwürdigkeit. Die Prekarisierung und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen konterkarieren das landläufig mit der Bio-Branche verbundene Image von Nachhaltigkeit und Fairness – obgleich die Branche nur von diesem Image lebt. Es wird klar, dass „bio“ kein alternativer Trend mehr, sondern zu einem ganz normaler Markt geworden ist, in dem auch die persönlichen Vertrauensbeziehungen zwischen Angestellten und Kund*innen mitverkauft werden. Je billiger die Arbeitskräfte, desto höher die Wertschöpfung, desto mehr Gewinn lässt sich aus ihrer Arbeit heraus pressen.

Gemeinsam lässt sich etwas ändern

Am 20.01.2018 demonstrierten wieder tausende Menschen auf der Veranstaltung „Wir haben es satt!“ in Berlin gegen Ausbeutung und für Fairness in der Lebensmittelindustrie. Mit dabei waren nicht nur Konsument*innen und Umweltverbände mit einem ehrenwerten Anliegen, sondern auch Unternehmen aus einer Branche, deren Gewinne auf dem Rücken ihrer Angestellten erwirtschaftet werden. Wir möchten alle Kund*innen dieser Branche dazu auffordern, nicht nur genau hinzusehen, unter welchen Bedingungen die von ihnen erworbenen Produkte produziert, sondern auch unter welchen Bedingungen sie verkauft werden. Fragen sie die Verkäufer*innen ihres Vertrauens nach ihren Arbeitszeiten oder ob in ihrem Unternehmen eine Tarifbindung besteht. Gleichzeitig möchten wir die Beschäftigten dieses Sektors darauf hinweisen, dass sie weder mit ihrer Situation alleine stehen, noch dass diese unabänderbar ist. Gemeinsam ist es möglich sich gegen die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz zu wehren. In einer Branche, in der persönliches Vertrauen so wichtig ist, können Kund*innen und Verkäufer*innen etwas bewegen. Nicht im fernen Berlin, sondern lokal vor Ort. Zusammen sind wir stärker!