7. März: Die 24-Stunden-Polin – Migrantische Carearbeiter*innen in Deutschland

Der demografische Wandel und unzureichende staatliche Leistungen sind Hauptursachen des so genannten „Pflegenotstands“. Dies resultiert in steigender Nachfrage an Arbeitskräften im Care-Bereich. Die „Unattraktivität“ der Fürsorgearbeit liegt einerseits an der unangemessenem Entlohnung, andererseits an dem niedrigen Status der Pflegeberufe (oder der Reproduktionsarbeit im allgemeinen), die meistens als „Frauendomäne“ angesehen werden, was zu ihrer mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung beiträgt. Im Endeffekt wird Carearbeit oft an Migrant*innen delegiert. Schätzungsweise gibt es 150.000 bis 500.000 „Care-Migrantinnen“, die in Deutschland „3C-Jobs“ ausüben („cleaning, cooking, caring“). Dabei sind die meistens aus Osteuropa stammenden Frauen in Haushalten in Deutschland oft irregulär beschäftigt, um vor allem ältere pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Sie wohnen meistens in den Haushalten mit den Klient*innen, als 24 Stunden- „Live-in“-Arbeitskraft.

Dies ist Thema eines Vortrags und einer Fotoausstellung am 7. März ab 19 Uhr in der Baracke.

Auf Basis von biographisch-narrativen Interviews mit Care-Arbeiterinnen aus Polen wird ihre Lebens- und Arbeitssituation dargestellt. Neben den Strategien, die die Arbeiter*innen entwickelt haben um ihrer prekären Lage entgegenzuwirken, werden auch die dabei ausgelösten Emanzipationsprozesse besprochen. Der Vortrag wird mithilfe von Fotos illustriert, die polnische Pflegekräfte selbst im Alltag gemacht haben. (so dass in manchen Fällen sogar eine „Fotostory“ entsteht).

Anlässlich des Frauenkampftags 2018

Anschließend ab ca. 21.30 FAU-Tresen mit Gelegenheit zur Diskussion und zum Kennenlernen!